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Während
der männliche Zweig des Karmelitenordens stets versuchte, im Abendland
Kontemplation mit Seelsorgetätigkeit zu verbinden, wollten die Schwestern
von jeher entsprechend der ursprünglichen Ausrichtung des Ordens als
Kontemplative leben.
Die Anfänge des Ordens liegen im Heiligen Land. Dort hatten sich Kreuzfahrer den Einsiedlern angeschlossen, die seit alter Zeit auf dem Berge KARMEL (daher der Name KARMELITEN) lebten. Der Ansturm der Muslime erzwang ihre Übersiedlung nach Europa. Nachweislich seit Mitte des 13. Jahrhunderts
unterstellten sich der geistlichen Leitung dieser Karmeliten in fast allen
Ländern Westeuropas Frauen, die bis dahin einzeln oder - wie vorwiegend
im niederdeutschen Raum - in lockeren Gemeinschaften, den sog. BEGINENHÖFEN,
gelebt hatten. Sie nahmen die Regel des Karmel an und trugen auch das Ordenskleid.
In etwas abweichender Form entwickelten
sich die Frauenklöster des Ordens in Spanien bis die hl. TERESA von
Avila (1515-1582) eine durchgreifende Reform vornahm, durch die die Ordensregel
neu belebt wurde. Diese Reform bezog auch die Männerklöster mit
ein und breitete sich schnell über Italien und Frankreich bis nach
Deutschland aus.
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Karmelitin sein bedeutet nach TERESA von Avila "nahe bei Gott sein und zu seiner Ehre und für das Heil der Menschen beten". MAGDALENA de Pazzi (1566 - 1607) - ebenfalls eine bedeutende Heilige des Ordens - wünscht "nichts sehnlicher, als allen Menschen zum vollen Besitz Gottes behilflich zu sein", womit sie in der Sprache ihrer Zeit wohl nichts anderes ausdrücken will als ihr Verlangen, den Menschen Wege zu weisen und zu ebnen, die sie zu einer tiefen Erfahrung Gottes führen, aus der sie ihr Leben meistern und die Welt mitgestalten können. Und THERESE von Lisieux (1873-1897) weiß ihren Standort ganz genau anzugeben: "Im Herzen der Kirche will ich die Liebe sein". Lesung der Bibel, gemeinsames und persönliches Gebet zu Lobpreis und Dank, die Nachfolge unseres gekreuzigten und auferstandenen Herrn Jesus Christus - das "Gehen in seiner Fußspur"- und damit die Solidarität mit den Armen und Leidenden kennzeichnen das Leben der Karmelitin. Der lebendige Kontakt mit Gottes Wort, die Orientierung, das "Maßnehmen" am Evangelium, sollen helfen, besonders in Zeiten des Umbruchs die Zeichen der Zeit zu verstehen. Einsamkeit und Schweigen im Kloster sind Bedingung für Besinnung und geistliche Einkehr. Sie sind Hilfen bei dem Versuch, sich von allem zu läsen, um frei zu sein für Gott - ein radikaler Weg, der eine wache Haltung, eine stete Achtsamkeit des Herzens, verlangt. So bedeuten Einsamkeit und Schweigen des Karmel einen Lebensstil, der eine bestimmte Glaubens- und Lebenserfahrung ermöglicht. Dadurch Zeugnis zu geben vom lebendigen Gott, "vor dessen Angesicht ich immer stehe" (1Kön 17,1), ist Aufgabe und Anliegen der Karmelitin. |